Tobias Kielinger präsentiert eine Werkschau, die weit über das rein Ästhetische hinausgeht. Unter dem Namen der Galerie "Creative Game" führt er ein künstlerisches Experiment durch, das die Malerei als existenzielles Spiel und radikale Selbstbefragung begreift.
Inspiriert durch die Philosophie Friedrich Nietzsches, macht Tobias Kielinger das Spannungsfeld zwischen den zwei Urkräften des menschlichen Daseins sichtbar: dem Apollinischen und dem Dionysischen.
Zwei Arbeitsweisen – Ein Lebensprinzip
In der Ausstellung werden zwei gegensätzliche Pole seiner künstlerischen Arbeit gegenübergestellt. Auf der einen Seite stehen die apollinisch geprägten Werke: Bilder von architektonischer Klarheit und bewusster Strenge. Sie repräsentieren die Suche nach Ordnung, Struktur und der Beherrschung der Form.
Dem gegenüber stehen die dionysischen Arbeiten, die aus einem Zustand der Ekstase und des Rausches entstehen. Hier nutzt Tobias die abstrakte Malerei als Werkzeug der Selbstbefreiung. Es ist ein bewusster Bruch mit der Kontrolle des Ichs, um den Impulsen des Unterbewusstseins freien Lauf zu lassen. Für Tobias Kielinger wird die Abstraktion erst in diesem Moment der Entgrenzung vollkommen verständlich: Sie ist der Weg, die Last der eigenen Individualität abzulegen und in einen Zustand reiner, unmittelbarer Existenz einzutauchen.
Das „Creative Game“ als philosophischer Prozess
Tobias greift den Namen der Galerie direkt in seinem Konzept auf. Für ihn ist das „Creative Game“ der Tanz auf der Linie zwischen Disziplin und Freiheit. Die Ausstellung lädt die Besucher dazu ein, diesen dynamischen Prozess mitzuerleben – eine Suche nach dem Selbst, die mal in der Stille einer klaren Linie und mal in der befreienden Kraft der Farbe ihren Ausdruck findet.










